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25.10.2011

Energiekarawane zieht los

Wenn es um das Thema Energiesparen in Wohngebäuden geht, sind sich die Experten darin einig, dass im Altbaubestand das weitaus größte Sparpotential steckt. Doch wie kann man auch das Interesse der Eigentümer am Dämmen und Dichten wecken? Trotz vieler Beratungs- und Förderangebote passiert hier insgesamt noch viel zuwenig. Ein ganz neues Konzept wurde in den vergangenen Jahren von der Stadt Viernheim erfolgreich erprobt und findet nun in der ganzen Region Nachahmer. Ab 1. November wird auch in Bürstadt eine so genannte „Energiekarawane“ aus Fachberatern in einem ausgewählten Bereich die Bürger vor Ort informieren.

Das Grundprinzip der Energiekarawane lautet: „Wenn die Bürger nicht zu den Energieberatern kommen, dann kommen die Energieberater eben zu den Leuten“. Was sich zunächst nach „Klinken putzen“ anhört, ist in Wahrheit ein pfiffiges Konzept für den konkreten Klimaschutz und hilft gleichzeitig den Bürgern auf bestechend einfache Weise beim Energiekosten sparen. In einem Quartier aus rund 400 Objekten suchen ausgewählte Energieberater vor Ort das Gespräch mit den Bürgern. Nach einer ersten Kontaktaufnahme wird bei Interesse ein Besichtigungstermin vereinbart, bei dem der Berater das Haus ausgiebig in Augenschein nimmt und konkrete Einsparvorschläge unterbreitet. Dabei geht es auch um kleine, schnelle und einfache Sanierungsmaßnahmen, denn zuweilen kann man mit vergleichsweise geringen Investitionen große Energiesparerfolge erzielen. Eine Zusammenfassung der Vorschläge bekommt der Bürger schriftlich auf die Hand. Gleichzeitig werden auch die entsprechenden Förderprogramme erläutert. Nun kann der Eigentümer in Ruhe überlegen, welche Maßnahmen er umsetzen möchte. Das ganze Angebot ist für den Bürger kostenlos.

In Viernheim konnte man mit dieser Methode viele Menschen bewegen ihre Gebäude wärmetechnisch zu optimieren, die ansonsten den Weg zu Beratungseinrichtungen alleine nicht gefunden hätten. Zusätzlich entwickelte sich das Thema Energiesparen für eine gewisse Zeit in diesem Stadtbezirk zu einem Gesprächstoff unter den Bürgern und konnte damit noch zusätzliche Wirkung entfalten.

Die Kosten für die Energiekarawane sind mit rund 12.000 Euro veranschlagt. Hauptgeldgeber ist die Metropolregion Rhein-Neckar, aber auch Sponsoren aus dem örtlichen Bankgewerbe unterstützen die Aktion. Zusätzlich trägt die Stadt Bürstadt einen Anteil von ca. 20 % an den Projektkosten.

Die Verantwortlichen sehen das Geld gut angelegt, denn es steht zu erwarten, dass aus diesem Betrag ein Vielfaches an Einsparvolumen generiert werden kann. Da jede Sanierung in der Regel auch mit Handwerkerleistungen verbunden ist, profitiert zudem das lokale Gewerbe.

In Bürstadt ist nach eingehender Prüfung ein Quartier östlich der Bahnlinie Mannheim/Frankfurt und westlich der Wolfstraße als geeignetes Gebiet ausgewählt worden. Diese Zone umfasst rund 400 Grundstücke und wird vom 1.11. - 4.12.2011 von der Energiekarawane durchstreift. Die Berater selbst werden über die Presse vorgestellt und führen bei ihrer Arbeit ein offizielles Auftragsschreiben (mit Bild) der Stadtverwaltung Bürstadt mit sich.

Alle Grundstückseigentümer erhalten in der kommenden Woche ein Schreiben von der Stadt Bürstadt mit einem Beratungsgutschein und werden über Ablauf und Inhalte der Aktion genau informiert.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es beim Umweltbeauftragten der Stadt Bürstadt (H. Jost, Tel.: 06206/701-235; E-Mail: micha.jost@buerstadt.de und im Internet unter www.rathaus-buerstadt.de).

Die Energiekarawane macht in folgenden Straße Station:
- Am Bildstock
- Am Entenpfad
- Am Pettweg
- Bensheimer Straße
- Bgm.-Siegler-Straße (Hausnummern 4-57)
- Dieburger Straße
- Erbacherstraße
- Groß-Gerauer-Straße
- Heppenheimer Straße
- Kettelerstr. (Hausnummern 1-55)
- Oberschultheiß-Schremser-Straße (Hausnummern 1-58)
- Siegfriedstraße (Hausnummern 1-58)
- Vincenzstraße

Die Nibelungenstraße gehört nicht zum „Karawanengebiet“.