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5.9.2011

Ausstieg nach Plan - 60 Watt-Lampe seit September aus den Regalen verbannt

Energiesparlampe

Die herkömmliche Glühbirne müsste eigentlich „Heizstrahler“ heißen, denn nur knapp 3 % der eingesetzten Energie werden in sichtbares Licht verwandelt, der Rest dient im Grunde der Raumheizung. Diese klägliche Energieeffizienz hat letztlich die Europäische Union bewogen, die nun mehr als 130-jährige Karriere der Glühbirne schrittweise zu beenden.

Knapp 10 % des Stromverbrauchs im Haushalt geht allein auf das Konto der Beleuchtung. Hier besteht also noch ein erhebliches Einsparpotential, zumal sich die Verwendung von Energiesparlampen bislang nur zögerlich entwickelt hat - und das, trotz des unzweifelhaften Vorteils. Laut Umweltbundesamt kann eine Energiesparlampe je nach Leistung zwischen 50 und 180 € Kosten einsparen. Längere Lebensdauer und ein um 80% reduzierter Stromverbrauch machen es möglich.

Im Zuge der notwendigen Klimaschutzaktivitäten, verschärft die Europäische Union zunehmend das Tempo beim "Ausstieg aus der Glühbirne".  Nachdem im September letzen Jahres die 75 Watt-Birne in den Ruhestand verabschiedet wurde, geht das europaweit verordnete Lampensterben weiter. Ab dem 1. September 2011 werden auch Glühlampen mit 60 Watt Stromverbrauch aus dem Handel verschwinden, die Händler dürfen ab dann nur noch Restbestände verkaufen. 2012 sollen dann die 25- und 40-Watt-Modelle folgen. Ab September 2016 dürfen nur noch Lampen verwendet werden, die sich durch besondere Effizienz auszeichnen. Zu dieser Kategorie gehören zum Beispiel Energiesparlampen, Halogenlampen oder die extrem genügsamen LED-Lampen.

Es lässt sich beobachten, dass die gesetzlichen Rahmenbedingen den Erfindergeist der Beleuchtungsbranche sichtlich befördert hat. Gerade in den letzten Monaten hat die Industrie hier einiges entwickelt, was den Verlust der vertrauten Glühbirne verschmerzen lässt. Längst gibt es dimmbare Energiesparlampen, Halogenlicht mit klassischem Schraubgewinde und auch die extrem sparsame LED-Beleuchtung findet sich immer öfter in den Regalen. In Sachen Lichtfarbe geht es ebenso voran, denn gerade hier empfinden die Menschen das warme Farbspektrum der Glühlampe als besonders angenehm. Dieser Wohlfühlfaktor hat manchen Zeitgenossen bereits im letzten Jahr zu regelrechten Hamsterkäufen des lieb gewonnenen „Dauerbrenners“ veranlasst. Doch auch hier hat die Technik Fortschritte gemacht. Die Auswahl an Energiesparlampen mit Warmton- und Tageslichtspektrum ist deutlich gewachsen.
Nach Ansicht der Verbraucherverbände bleibt für Industrie und Handel dennoch einiges zu tun. Die Stiftung Warentest attestierte den energiesparenden Lampen im April 2010 eine eher schlechte Leistung. Von 28 geprüften Lampen waren sechs mangelhaft und nur drei bekamen die Note „gut“. Auch bekannte Marken schnitten teilweise schwach ab. Es wurde bemängelt, dass die Leuchtkraft schnell nachlässt und die Schaltfestigkeit gering sei. An dieser Stelle ist der Verbraucher gefragt zu Qualität zu greifen - die Industrie ist gefordert dringend nachzubessern.

Wichtig ist die ordnungsgemäße Entsorgung der sparsamen Leuchtmittel. In der Praxis bestehen hier noch große Defizite. Energiesparlampen sind elektronische Geräte und gehören daher nicht in den Hausmüll. Sie enthalten zudem giftiges Quecksilber und müssen recycelt werden. Der Wertstoffhof des ZAKB in der Waldgartenstraße nimmt diese Beleuchtungskörper kostenlos von privaten Anlieferern in haushaltsüblichen Mengen entgegen.

Weitere Informationen zu diesem Thema gibt es beim Umweltbeauftragten der Stadt Bürstadt (H. Jost, Tel.: 06206/701-235; E-Mail: micha.jost@buerstadt.de).